Freitag, 1. August 2008

Die Gewaltformen

Das Phänomen der häuslichen Gewalt zeigt sich offen auf allen Niveaus der Gesellschaft. Keines wird davon verschont. Weder Geld, Bildung, Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, noch die religiöse Ausrichtung kann davon schützen. Darunter leiden Frauen, Männer, Kinder und Haustiere.

Gewalt kann man grob in drei Kategorien unterteilen: die emotionale, die physische und die psychische Gewalt. Eine genauere Unterteilung führt zu folgedenden Kategorien: physische, psychische, ökonomische, soziales, sexuelle und strukturelle Gewalt.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen über eine siebte Kategorie der Gewalt zu schreiben, die im deutschen Sprachraum zu wenig erwähnt wird, aber über welche mich meine Klientinnen in ihren Berichten und über die Manifestation des Phänomen der interfamiliären oder häuslichen Gewalt aufmerksam gemacht haben. Ich spreche vom geistlichen Missbrauch im Kontext der häuslichen Gewalt.

Die Forschung über geistlichen Missbrauch in den religiösen Institutionen steckt noch in den Kinderschuhen. Der Begriff geistlicher Missbrauch oder spiritual abuse wurde von Jeff Van Vonderen geprägt - im Kontext der religiösen Institutionen als Machtmissbrauch seitens der Vertretenden göttlicher Macht auf Erden wie Pfarrer, Seelsorger oder leitende Personen gegenüber der religiösen Mitglieder.

Geistlicher Missbrauch im Kontext der häuslichen Gewalt heisst religiöse Praktiken oder den Glauben einer anderen Person aufzuwingen. Diese kann sich in verschiedenen Maskierungen zeigen. Hier liste ich einige währen meiner beruflichen Tätigkeit indirekt miterlebte Manifestationen auf:

  • Eine Person zwingt die andere Person ihren Glauben anzunehmen.
  • Eine Person zitiert Texte aus einem heiligen Buch mit der Absicht, die andere Person zu kontrollieren.
  • Die gewalttätige Person begründet die Gewalt an der anderen Person durch eine ihm von Gott zugeteilte legitimierte Macht.
  • Eine Person wurde gelehrt, dass die Trennung und/oder Scheidung von der gewalttätigen Persnon nicht von Gott akzeptiert wird, und somit die Beziehung mit Gott für immer abgebrochen wird.
  • Eine Person wirft das heilige Buch an den Kopf der anderen Person.
  • Eine Person zwingt die andere Person seine sexuelle(n) ausserheliche(n) Beziehung(en) mit anderen als ein von Gott erteiltes Privilegium zu akzeptieren.
  • Eine Person zwingt die andere Person stundenlang zu beten.
  • Eine Person verhindert, dass die andere Person an ihrer kirchlichen Aktivitäten teilnimmt.
  • Eine Person respektiert die Religionsfreiheit der anderen Person nicht.

Meine berufliche Erfahrung

Unter den vielen Fällen, die ich beraten und begleitet habe, werden hier drei Anlässe der Interventionen kurz beschrieben.

Frau A ist verheiratet und erlebt seit Jahren häusliche Gewalt. Seit kurzem begann Frau eine Kirche zu besuchen. Sie lud ihre Kollegin der Kirche zu ihr nach Hause ein. Diese wurde vom Ehemann beim Besuch beschimpft und jeglicher Kontakt von Frau A zur Kirche untersagt. Frau A war gezwungen, durch die Umstände und weitere Drohungen die gemeinsame Wohnung zu verlassen und Schutz und Sicherheit zu suchen.

Frau B und ihr Ehemann sind Mitglieder einer Kirche. Sie sind verheiratet. Frau B erlebt Häusliche Gewalt seit Jahren. Der Pfarrer unterstütz die Beiden über eine längere Zeit vergebens. Frau sucht sich eine Wohnung und reicht die Trennung ein. Als Frau B vom getrennten Ehemann mit Mord bedroht wird und eine Anzeige gegen ihn erstattet, wird sie vom Pfarrer zensuriert. Sie hätte ihrem getrennten Ehemann vergeben sollten.

Frau C musste auf Grund der Gewalttaten ihres Ehemannes die Wohnung verlassen und Schutz und Sicherheit in einer Kriseninterventionsstelle suchen. Frau C macht sich auf die Suche nach einer Wohnung in einem anderen Kanton und berichtet mit grosser Freude, dass sie eine Zusage bekommen hat. Sie lobt, preist und dankt ihren Gott dafür. Eine Mitarbeiterin beginnt einen gewaltigen Diskurs über die Religion und zensuriert die Klientin so, dass diese ihre Freude und Dankbarkeit nicht ausdrücken kann. Frau C ist schokiert und kriegt kein Wort mehr heraus.

Aufruf

Gemeinsam auf dem Weg der Bekämpfung der häuslichen Gewalt zu sein, heisst für mich, die Verantwortung wahrzunehmen, Mut zu zeigen und das Schweigen zu brechen, weil die Befreiung des Kreislaufes der Gewalt ein langwieriger Prozess ist, der die Wiederherstellung der Würde des Menschen beabsichtigt.

Es ist unerlässlich die religiösen Begründungszusammenhänge in vielen Fällen von häuslicher Gewalt nicht zu unterschätzen, sei dies innerhalb oder ausserhalb der Institutionen, die diese direkt oder indirekt bekämpfen. Die religiösen Institutionen können sehr viel zur Bekämpfung der Gewalt beitragen. Es freut mich zu sehen, dass einige wenige religiöse Institutionen die häusliche Gewalt wieder thematisieren. Sie entwickeln Konzepte, verfassen Merkblätter für die leitenden Personen, veröffentlichen die wichtigsten Informationen und Hilfeeinrichtungen in ihrer Website und nutzen die Möglichkeit in ihren wöchentliche Treffen die Mitglieder mit der Unterstützung von Fachpersonen darüber zu informieren.

Die Bekämpfung von interfamiliärer oder häuslicher Gewalt ist ohne die Zusammenarbeit von Kooperationspartnerinnen nicht möglich. Viele Klientinnen haben allein und/oder durch Kooperationspartnerinnen wie Polizei, Frauenhäuser, Ärztinnen, Krankenhäuser, Psychotherapeutinnen, Rechtsanwältinnen, Lehrerinnen, Arbeitgeberinnen, nachbarinnen und Seelsorger den Weg zu uns gefunden.

Ich möchte mich im Voraus bei allen bedanken, die sich durch diesen kleinen Beitrag über ihre eigene Einstellung und Verantwortung zum geistlichen Missbrauch in verschiedenen Kontexten Gedanken machen und sich für die Achtung der Menschenwürde entschieden haben.

Rossimar Mätzler

Den Kreislauf durchbrechen

Eines der bekanntesten und grössten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder in der ganzen Welt ist die Häusliche und/oder Sexuelle Gewalt in ihren verschiedenen Formen. Die Lebensqualität wird allmählich beeinträchtigt und sofern der Kreislauf der Gewalt nicht schon früh durchbrochen wird, kann dies verheerenden Folgen mit sich bringen.

In unserer täglichen Arbeit in der Opferberatungsstelle werden wir von direkten und indirekten Opfer kontaktiert. Unsere Dienstleistung ist kostenlos, vertraulich (wir stehen unter Schweigepflicht) und wir arbeiten parteilich. Diese Eigenschaft der Beratung spricht viele Betroffene an, besonders diejenigen, die angewiesen sind auf unbürokratischen und schnellen Schutz und Hilfe. Hauptsächlich bei der Krisenintervention ist dies festzustellen. Schutz und Sicherheit müssen so schnell wie möglich gewährleistet sein. Die direkte Arbeit mit der Polizei führt uns zu vielen von Häuslicher und/oder Sexuelle Gewalt betroffenen Frauen und Kindern.

Qualität der Hilfestellung

Im Verlauf der Jahre haben wir festgestellt, dass die Straftaten auf die verschiedenen Lebensbereiche unser Klientinnen immer mehr Auswirkungen haben. Viele unserer Klientinnen verlieren ihren Arbeitsplatz und/oder ihre Wohnung oder werden dort von den Tätern weiterhin belästigt. Andere werden in psychiatrische Obhut gegeben. Die finanzielle Verschuldung ist auch ein sehr häufiges Thema. Die Folgekonsequenzen können in der Beratung, wenn möglich, abgewendet werden.

Off wenden sich Frauen, die von Häuslicher Gewalt betroffen sind, zuerst an die medizinische Notfallstation ( Permanence, usw.), die Hausärztin oder die Kinderärztin wegen Verletzungen oder gesundheitlicher Beschwerden. Die Polizei, die Anwältinen, die Ärztinnen, der Dolmetscherdienst und die Psychotherapeutinnen sind unter anderen Kooperationspartnerinnen, die für die Qualität der Hilfestellung sehr viel beitragen können.

Die Beratung

Es freut uns zu beobachten, dass die Sensibilisierung grösser geworden ist. ArbeitgeberInnen rufen uns an und erkundigen sich über unser Angebot. Sie leiten unsere Adresse ihren Mitarbeiterinnen weiter. Einige junge Frauen, die Opfer von Sexueller Gewalt geworden sind, wurden von ihrem Bekanntenkreis auf uns aufmerksam gemacht.

Viele unsere Klientinnen wünschen zuerst eine telefonische Beratung. Dies ermöglicht eine anonym zu bleiben und ihre Lage besser einzuschätzen, um sich für die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten zu entscheiden. Andere Frauen, die "klassichen Fälle" von Häuslicher Gewalt, wollen ihren Ehemann nicht verlassen. Hingegen möchten sie, dass die Gewalt gestoppt wird und glauben, dass, wenn eine Autoritätsperson mit dem Mann redet, alles wieder gut wird.

Die Kinder, die direkt und/oder indirekt von Häusliche Gewalt betroffen sind, sind uns sehr wichtig. Die Mutter schützen, bedeutet auch die Kinder einzubeziehen. Kinder erholen sich sehr schnell, was jedoch nicht bedeutet, dass die keine Therapie benötigen, um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

Ein Fall mit wenigen Worten

Gewalt hat viele verschieden Maskierungen. Bei einer Klientin, die seit Jahren auf der Flucht ist, weil sie zu einer Zwangsheirat gezwungen wird, kommt es nach einer gewissen Zeit der Ruhe immer wieder zu neuen Drohungen. Mit der Folge, dass das mit grosser Mühe aufgebaute eigenständige Leben, wieder irgendwo an einem anderen Ort neu beginnen muss.

Die Gewalt hat bei ihr schon in den frühen Kindheit begonnen. Beschimpfungen, Entwertungen, Schläge gehörten zum Alltag. Die Alkoholsucht des Vaters erschwerte das Zusammenleben. In der Pubertät nahmen die ständigen Kontrollen der männlichen Familienmitglieder zu. Es eskalierte damit, dass häufig Morddrohungen ausgesprochen wurden. Nach dem Schulabschluss sollte sie einen Verwandten heiraten. Ihr Leidensdruck erhöhte sich durch diesen Zwang und Selbstmordgedanken traten auf. In der Notfallstation wurde die Familienproblematik benannt und somit bekannt. Das Gespräch mit den Fachpersonen stellte Ehrverletzung und Misshandlung fest. Die Behörde griff ein. Eine Fremdplatzierung fand statt. Die Verfolgung begann. Strafanzeige wurde erstattet. Ruhe. Neue Drohung. Umzug. Hoffnung. Das Leben begann wieder von vorne. Neue Drohung. Ohnmacht. Umzug. Die Energie wird wenig regeneriert. Selbstmordgedanken. Die Krisenintervention. Die Therapie. Etwas Lebensfreude allmählich zurück gewinnen. Eine neue Arbeit finden. Eine Ausbildung absolvieren. Das Leben in Ruhe leben wollen.

Die Beratung, Begleitung und eine gute Zusammenarbeit mit allen involvierten Stellen ist unerlässlich, damit diese Klientin so gut wie möglich langfristig das Lleben den Umständen entsprechend meistern kann.

Ein Wunsch

Gesetzliche Vorgabe sind extrem wichtig bei der Fallführung. Betreffend Zwangsheirat ist noch einiges zu tun. Zwangsheirat ist kein neues Phänomen. Die Schweiz selber war vor vielen Jahrzehnten davon betroffen. Der Diskurs um dieses Phänomen soll klar ohne ethnische, kulturelle, religiöse und geschlechtsbezogene Anknüpfung geführt werden. Es geht um Frauen und Männer, die gezwungen werden eine Person zu heiraten, die sie selber nicht auswählen durften. Es geht um Menschenrechtverletzung. Und es ist Pflicht des Staates, dies zu regeln. Meine persönliche Vision wäre, den Opfern von Zwangsheirat, internationales Asyl und finanzielle Unterstützung zu gewährleisten, damit sie das Leben irgendwo anders langfristig in Ruhe beginnen können. Es würde den Betroffenen mehr Spielraum geben. Sie sind nicht nur Opfer, sondern auch Akteure, die über verschiedenen eigene kreative Strategien verfügen, um die Gewalt, in welcher Form diese auch stattfinden mag, zu bekämpfen.

Rossimar Mätzler

Donnerstag, 9. August 2007


Rumo

"s.m. qualquer das trinta e duas divisões da rosa-dos-ventos; ângulo que faz o sentido da rota do navio ou do avião com uma direção de referência, normalmente a do norte ( verdadeiro, cartográfico ou magnético); (fig.) método; norma; sistema de vida; caminho; destino; orientação; ~ de: loc. prep. em direção a; ~ de vida: modo de via; levar ~ : (pop.) perder-se; sem ~ : desorientado. ( Do gr. rhombós, "rombo", pelo lat. rhombu-, "id", pelo cast. rumbo, "caminho; direção")".

Dicionário da Língua Portuguesa

Donnerstag, 26. Juli 2007


Paragem, paragens

"s.f. acto de parar; cessação de movimento; lugar onde se pára; parada; pausa; paradeiro; alto; pl. bandas; sítios; região. ( De Parar+agem)."

Dicionário da Língua Portuguesa

Mittwoch, 18. Juli 2007


Abismo

"s.m. precípicio de que se desconhece o fundo; voragem; sorvedouro; (fig.) mistério; último grau de decadência. ( Do lat. * abismu-, alter. de abyssu-, "id.")."

Dicionário da Língua Portuguesa

Sonntag, 15. Juli 2007

Schmetterlinge im Herz



Herzen


Sterne


Sonnenschein


Regenbogen


Farben kreisen

in den Flügeln der Schmetterlinge,

die vor der Dunkelheit

tanzend herrlich erscheinen.



Oh, meine Krone, Würde meines Daseins!

Lächelnd und umarmend berühren dich

meine Hände in Form von Blumen

setz dich auf meinen Kopf.

Gehen wir tanzend das Leben feiern und ehren!



rossimar jardim, publicado em Jahresbericht 2005 Frauenhaus Winterthur em 01.05.2006.

Freitag, 13. Juli 2007


Viela

"sf Pequena rua estreita sem saída; ruela, beco."

Minidicionário da Língua Portuguesa

Donnerstag, 12. Juli 2007




Rota


"sf 1 Caminho marítimo ou aéreo; direção, rumo. 2 Por ext. Direção, caminho."


Minidicionário


Percurso

"s.m. acto ou efeito de percorrer; espaço percorrido; caminho; giro.

( Do lat. percursu-, "id", part. pass. de percurrere, "percorrer")".



Dicionário da Língua Portuguesa...



Picada

"Passagem aberta no mato, a golpes de facão".





Melhoramentos Minidicionário da Língua Portuguesa. 1.ed. São Paulo: Melhoramentos, 1992